Verschiedene Klebertypen für den Industriesektor

Im industriellen Bereich kommen je nach Anwendungszweck und zu klebenden Materialien verschiedene Kleber zum Einsatz. Als Basis bewährt haben sich unter anderem MS-Polymer, Silikon und Polyurethan.

MS-Polymer Kleber
MS-Polymer vereint Kleb- und Dichtstoffe. Die Basis bilden modifizierte Silane, die zu bestimmten Eigenschaften führen. So härtet MS-Polymer Klebstoff schnell bei Zimmertemperatur aus, eignet sich aber auch als Klebedichtstoff bei Bauvorhaben im Freien, bei denen es auf eine vergleichsweise schnelle Klebewirkung und Aushärtung bei kühleren Temperaturen und feuchtem Wetter ankommt. Mit MS-Polymer lassen sich grundsätzlich Metalle, Kunststoffe und Holz sehr gut kleben. Dementsprechend ist das Anwendungsspektrum breit gefächert. Zu nennen wären unter anderem:

  • Containerbau
  • Blechverarbeitung
  • Apparatebau
  • Klimatechnik
  • Holzverarbeitung
  • Fahrzeugherstellung und -aufarbeitung

Ein wesentlicher Vorteil von MS-Polymer ist die Eignung als Flächenklebstoff. Zudem lässt er sich gut lackieren, kann nass auf nass eingesetzt werden und ist dauerelastisch. Die Zugfestigkeit ist sehr gut. Für die Verarbeitung liegt in der Regel ein Primer bei, sodass der Einsatz auch auf rauen, unebenen oder aus anderen Gründen schwierigen Untergründen möglich ist. In der Holzverarbeitung wird er zum Kleben von Treppen, Doppelfussböden, Fenstern und Türen genutzt. Des Weiteren klebt er Steine und Fliesen.

Kleber auf Silikonbasis
Silikon gilt als Allzweckmittel und ist auch eine Basis für Industriekleber. Es lassen sich damit verschiedenste Baustoffe verkleben. Bekannt ist der Einsatz durch Heimwerker in Nassräumen wie Bad und Küche. Allerdings eignet sich Silikonkleber für bestimmte Oberflächen und Anwendungsbereiche besonders gut, für andere weniger. Entscheidend sind die Oberflächen, die geklebt werden sollen, die Temperatur und die genaue Anwendung, die beispielsweise die gewünschte Aushärtungszeit bestimmt. Dennoch kommt Silikon gern auch im Aussenbereich zum Einsatz. Es gibt Silikonkleber als Ein- oder Zweikomponentenprodukt. Die beiden Sorten härten unterschiedlich aus und werden dementsprechend auch für verschiedene Bereiche eingesetzt. Grundsätzlich enthalten sie Silikon, also Klebstoffe auf Siliziumbasis. Die eingesetzten Komponenten unterscheiden sich hinsichtlich der Vernetzung ihrer Moleküle. Es gibt die beiden Arten der neutral vernetzenden und der essigsauer vernetzenden Silikone. Neutral vernetzende Silikone sind im Handel als Alcoxysilikon oder Oximsilikon zu finden, essigsauer vernetzende hingegen als Azetatsilikon. Aus diesen beiden grundsätzlichen Varianten wurden verschiedenste Klebstoffe entwickelt. Die größten Unterschiede finden sich hinsichtlich der Kälteflexibilität. So härtet beispielsweise die klassische Variante des bekannten, von Heimwerkern gern verwendeten RTV-Silikonklebers bei Raumtemperatur aus. Er ist aber auch für den Außenbereich gut geeignet, weil er UV-Licht und Witterungseinflüssen sehr gut standhält. Andere Varianten von Silikonkleber werden für ganz bestimmte Einsatzszenarien in der Industrie und selbst in der Medizin entwickelt, denn das Silikon haftet gut auf der Haut. Silikonkleber und andere Kleberarten können Sie z.B. auf https://www.gyso.ch/de/shop/kleben/ kaufen.

Polyurethan Kleber
Auch dieser Kleber bietet wiederum vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Industrie durch sein breites Spektrum wichtiger Eigenschaften. Dazu gehören:

  • Flexibilität
  • wird sehr hart
  • hohe Scher- und Schlagfestigkeit (Zugscherfestigkeit bis 8 N/mm²)
  • sehr gute Witterungsbeständigkeit
  • sehr gut geeignet für Kombinationsverklebungen

Polyurethan wird in der Regel als Zweikomponenten-Klebstoff geliefert. Die beiden Komponenten sind Harz (meist Polyol) und ein Härter (meisten Methylene Diphenyl Diisocyanate, kurz MDI). Für den Gebrauch werden die beiden Komponenten in einem vom Hersteller vorgegebenen Verhältnis gemischt. Die üblichen Mischungsverhältnisse liegen zwischen 100:15 und 100:30 Gewichtseinheiten, in Einzelfällen werden 1:1 Volumenteile genannt. Die strukturelle Festigkeit ist hoch, was unter anderem neben den anderen genannten Eigenschaften auch zu einer guten Schälkraft führt. Der Klebstoff altert nur sehr allmählich und verliert dabei nur geringfügig seine Härte. Er ist witterungs- und UV-beständig, geklebte Nähte vergilben nicht. Industrielle und gewerbliche Einsatzbereiche sind das Überbrücken großer Spalte und grossflächige Verklebungen von Metallen, Holz und Kunststoff. Die sogenannten PUR-2K-Klebstoffe klassifiziert man nach Härtegraden. Wenn sie als “hart” eingestuft sind, eignen sie sich bestens für Konstruktionen, die hohen statischen Belastungen standhalten müssen. Die als “flexibel” oder auch “elastisch” ausgewiesenen PUR-Klebstoffe halten sehr gut dynamischen Beanspruchungen und Schockbelastungen stand. Ihre Reissdehnfestigkeit kann 600 % erreichen. Es gibt auch eine “zähelastische” Gruppe, welche die Vorteile beider anderen Varianten mitbringt.